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Die Gartenmöbel-Trends 2026

Jetzt aber raus hier!

Endlich geht’s wieder los: Pflanzen, wässern, ernten, planschen, chillen, feiern – alle Wege führen nach draußen! Und wenn die Frühjahrs-Inventur den Bedarf an etwas Neuem ergibt, haben wir genau das Richtige für Ihren Lieblings-Outdoorplatz: Hier kommen die heißesten Trends für die warme Jahreszeit!

1. Draußen leben statt nach draußen gehen

Spätestens heuer wird der Outdoor-Bereich zum vollwertigen Wohnraum, zur äquivalenten Erweiterung des Drinnen mit demselben Komfort und Raumgefühl wie im Wohnzimmer. Großzügige Sitzlandschaften und kuratiertes Design sorgen für fließende Übergänge von drinnen nach draußen und zurück. 

Wohnliche Details wie Kissen und Teppiche, natürlich wetterfest, sowie durchdachte Beleuchtung und Pflanzen machen den Garten zur „Outdoor-Wohnung“ mit eigenen Zonen zum Kochen, Speisen und Loungen.

2. So wunderschön wie die Natur

Organische Formen und weiche Proportionen dominieren und ersetzen die strengen Linien vergangener Jahre. Panta rhei – alles fließt, ist in Bewegung und spiegelt die Dynamik der Natur perfekt wider. Geschwungene Silhouetten und feine Rundungen machen die Terrasse zum Ruhepol, zum entspannten Rückzugsort voller Muße und Entschleunigung.

3. Heute so und morgen anders

Flexible Modularität ist das Schlüsselwort für Outdoor-Gestaltung, die nie langweilig wird: Verteilt sich die Sitzlandschaft bei Gartenpartys auf viele kleine Inseln über den ganzen Außenbereich, rückt sie für den romantischen Abend zu zweit ganz eng zusammen und wird beim Sternegucken zur großzügigen Kuschelfläche.

Dazu sorgen multifunktionale Elemente wie Ausziehtische oder klappbare Accessoires für maßgeschneiderte Funktionalität, je nach Bedarf.

4. Der Beginn einer langen Freundschaft

Longevity ist auch in Sachen Outdoor-Möbel gefragt – die Hersteller setzen auf hochwertige Materialien, die nicht einfach nur gut aussehen, sondern über Jahre Bestand haben. Besonders gefragt: Aluminium. Leicht und doch stabil ist es der ideale Grundstoff für Außenmöbel, die bei aller Robustheit dennoch beweglich bleiben.

Teak bleibt das Holz der Wahl für witterungsbeständiges Design, und Rope, Keramik und recycelte Hochleistungsstoffe sorgen für fühlbare Qualität mit Umweltbewusstsein.

5. Immer mit der Ruhe – bis es knallt

Zum einen ist die Farbwelt in diesem Jahr zurückhaltend: Natürliche, erdige Nuancen und gedeckte Akzente lenken den Blick wieder auf das Eigentliche – Landschaft, Möbel und Architektur bilden eine harmonische Einheit und lassen die leisen Töne der Farbpalette ganz in Ruhe wirken.

Und dann gibt es da noch die ganz andere Seite: Frische Trendfarben sorgen für bunte Hingucker und leuchten hell in den schönsten Sommertönen – das sticht im wahrsten Wortsinn sofort ins Auge!

6. Und auch noch praktisch

Dank High-Performance-Technologien werden Textilien für draußen immer hochwertiger: UV-beständig, schnelltrocknend und pflegeleicht kommen die Möbelauflagen daher.

Innovative Oberflächen und Hightech-Gewebe sorgen für kompromisslosen Komfort auf Indoor-Niveau – jetzt fühlt sich die Terrassenliege genauso gut an wie das Wohnzimmersofa!

7. Nicht nur für Grillmeister

Papa steht am Grill und Mama bereitet drinnen die Salate zu? Ein Bild längst vergangener Zeiten! Die vollausgestattete Outdoor-Küche (allem voran in diesem Jahr das Modell “Dreams” von Miele) rückt das gemeinsame Kochen ins Zentrum des Geschehens: Alles versammelt sich um Kochinsel und Bar, alle helfen zusammen und sorgen vereint für Outdoor-Kulinarik vom Feinsten.

Und das Beste: Durch leicht zu pflegende High-End-Küchentechnologien verliert auch das Herdputzen nach der Party seinen Schrecken…

8. Outdoor-Gestaltung auf Indoor-Niveau

Gutes Outdoor-Design basiert auf einer klaren Vorstellung davon, wie Räume genutzt werden. Bei uns finden Sie nicht nur eines der exklusivsten Marken-Portfolios im Alpenraum, unser versiertes Planungsteam verbindet diese Vielfalt zu individuellen Outdoor-Konzepten.

Bei Wetscher verstehen wir Außenbereiche als integralen Bestandteil ganzheitlicher Wohnplanung: Sie werden nicht ergänzt, sondern mitgedacht, Formen, Materialien und Farben folgen einem stimmigen Gesamtkonzept.

Kommen Sie einfach vorbei und lassen Sie sich beraten – gemeinsam mit unseren Innenarchitekt:innen finden Sie bei uns genau das Richtige für Ihre Outdoor-Träume!

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EINLADUNG

Das große Wetscher Gartenfest

Achtung, bitte Terminplaner zücken: Am 21. März steigt wieder unser großes Wetscher Gartenfest! Neben den aktuellen Outdoor-Kollektionen internationaler Spitzenmarken präsentieren wir exklusiv die neue Miele Outdoorküche „Dreams“ bei Live-Grillsessions am Rooftop. Natürlich erwarten Sie unzählige weitere Highlights, wir freuen uns!

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Jetzt endlich raus.

Reise in den Sehnsuchtsort Garten: Tagesausklang am Mittelmeer? Weit gefehlt – den perfekten Sundowner genießt man nun im eigenen Garten. Wer klug ist, beginnt jetzt mit der Reiseplanung.

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Fifty Shades of Green

Bevor wir die Gestaltung unseres Außenbereichs in Angriff nehmen, sollten wir uns zunächst ein paar Fragen über uns selbst stellen: Was passt überhaupt zu mir? Wie viel Persönlichkeit will ich zeigen? Und wohin mit den Gartenzwergen? Hier finden Sie ein paar Denkanstöße für Ihr erweitertes Wohnzimmer.

FRISCHER SÜDWIND AUS MAILAND

Fixstern Salone del Mobile

Trendbericht und Bilder von Martin Wetscher

Weihnachten, Ostern, Salone del Mobile. Es gibt fixe Termine, die kommen jedes Jahr wieder – und sind dennoch (oder deshalb?) absolute Highlights, um die man schon Wochen zuvor herumplant und die im Kalender mit einem dicken Sternchen versehen sind. Auch heuer hielt die Mailänder Möbelmesse, was wir uns von ihr versprochen hatten: Es gab viel Neues zu bestaunen, Interessantes zu entdecken und Ausgewähltes mit nach Tirol zu bringen.

Was man in Mailand jedes Jahr aufs Neue erwarten darf: das Unerwartete. Auch wenn wir im ersten Quartal schon einige Trends gesehen und viel Aktuelles besprochen haben – die Salone del Mobile hat immer noch Neues in petto, überrascht mit Unbekanntem und verblüfft mit spannenden Innovationen.

Ansteckende Lebensfreude bei Minotti

Den Anfang machte für uns Minotti – aus gutem Grund, ist die italienische Spitzenmarke doch dank ihrer einzigartigen Kombination aus neuer Eleganz, lässiger Bequemlichkeit und berauschend-fröhlicher Lebensfreude der klare Leader in diesem Jahr. Neben dem unvergleichlichen Modell “Yves” des Südtiroler Designers Hannes Peer besticht auch das neue “Riley” auf ganzer Linie.

Johannes und Martin Wetscher mit Designer Hannes Peer

Martin Wetscher und Alessandro Minotti

Grenzenlos fließende amorphe Formen, die Poesie der freien, luftigen Linie, dazu nostalgisches Ton-in-Ton von Senfbraun über Ocker bis Rosé verleihen die Anmutung des letzten Jahrhunderts: eine geradezu ansteckende Reminiszenz an das Hochgefühl der 1970er Jahre. Möge sie die Unbeschwertheit in unsere Wohnungen wie Gemüter bringen!

Entspanntes Wohlfühlambiente bei Flexform

Für alle, die in den 1970er Jahren selbst dabei waren und sie aus diesem Grund nicht nochmal brauchen, bietet Flexform eine beruhigende Alternative in Sand-Beige: Eher mediterran anmutend und wenig kontrastreich verströmen die neuen Designs eine entspannende Atmosphäre. Wohlige Naturmaterialien wie Bast oder Seegras, zarte Boucléstoffe in hellen Farben und große, kuschelweiche Sofalandschaften zum Runterkommen und Entspannen: Yoga für den Raum!

Martin und Johannes Wetscher mit Pietro Galimberti, dem Chef von Flexform

Ein Hauch von Japan bei Poliform

Und dann ließ Poliform auch noch pünktlich zur Osterzeit den “Japandi”-Trend wieder auferstehen: Schlichte Funktionalität gepaart mit minimalistischen Linien und einer Farbpalette in Erdtönen – die Opulenz der vergangenen Jahre zeigt sich nicht mehr in der Form, sondern vor allem im Einsatz hochwertigster Oberflächen. Gebändigt und zurückhaltend, dabei klar strukturiert und mit sorgsam ausgewählten, exquisiten Materialien: Die aktuelle Kollektion ist ein unaufgeregtes Plädoyer an einen bewussten Lebensstil.

Und wie schafft es Poliform eigentlich, den Schrankraum immer wieder neu zu erfinden? Jedes Jahr überraschen die Spitzendesigner wieder mit frischen Ideen und ausgeklügelten Details, die das Leben einfacher und schöner machen. Unvergleichlich in Qualität und Ästhetik: Poliform zeigt, wie’s geht!

Kunst im Raum – Raum als Kunst

Während Hersteller wie Minotti oder Flexform gewohnt versiert den ganzen Raum inszenieren und dabei die gesamte Wohnfläche als frische Leinwand für holistische Konzepte verstehen…

…setzt Cassina auf die Kraft des Details und schafft mit bewusst gesetzten Glanzpunkten nahezu Skulpturales für den Innenraum.

Happy Birthday!

Neben all den Neuheiten zeigten sich auch die Klassiker auf voller Höhe und feierten sogar den einen oder anderen Geburtstag: Seit genau 20 Jahren begeistert “Tufty Time” von B&B Italia Fans loungiger Schmökersofas, Maxalto versprüht seit 50 Jahren zeitlose Eleganz – und die ikonische Le Corbusier Collection begeht heuer tatsächlich bereits ihr 60. Jubiläum!

Susanna Minotti

Wunderbares für Draußen

Und weil auch der Frühlingsanfang zu den schönsten Fixpunkten des Jahres gehört, gab sich die “Salone del Mobile” ganz ausgehfein und präsentierte stilecht die angesagtesten Outdoor-Kreationen, die wiederum die Grenzen zwischen Innen und Außen fließend verschwinden lassen. Die neuen Kollektionen sind schon jetzt in unserer großen Gartenausstellung im Braukeller bereit zum Probeliegen!

Inspiration & Rückenwind

Überhaupt fahren wir jetzt mit all diesen wunderbaren Inspirationen und frischem Rückenwind heim in die Wohngalerien, um dort stante pede die angeregten Gedanken in die Tat umzusetzen. So viel sei schon jetzt versprochen: Das Ergebnis wird sich sehen lassen können. Kommen Sie gerne bei uns vorbei, überzeugen Sie sich selbst!

Ab in den Garten!

Zurücklehnen und genießen: “Deck” von Gloster ist eine Einladung zum Chillen.

Der Frühling ist schon voll im Gang! Neben der eigentlichen Garten-„Arbeit“ (die ja primär Spaß macht) heißt es jetzt, die Terrassenmöbel aus Keller oder Schuppen zu befreien, sie sommerfein zu machen, und vor allem: sie durch frische Highlights und farbenfrohe Accessoires zu ergänzen. Oder steht eine völlige Neugestaltung inklusive Outdoor-Küche an? In jedem Fall hat unsere spektakuläre Gartenausstellung am Wetscher Rooftop Pavillon genau das Richtige für Sie!

Das Geheimnis steckt in den Details: Auch draußen wird mit Liebe dekoriert.

Gelber geht’s nicht! Heuer sind Knallfarben angesagt.

Da geht mehr als ein Grillwürstel: Moderne Outdoor-Küchen bringen die Kulinarik in den Garten.

Wir haben sie alle: In Österreichs größter Premium-Gartenmöbelausstellung präsentieren wir heiße Outdoor-Küchen, spannende Eyecatcher, elegante Designerstücke. Voll im Trend ist jetzt, alle Facetten des Innenraums aufzugreifen und nach draußen zu transportieren. Kein Problem angesichts der faszinierenden Vielfalt des Angebots: ob großzügige Daybeds und üppige Couchlandschaften zum Kuscheln für die ganze Familie, perfekte Accessoires wie Coffee Tables, Kissen in Knallfarben und spezielle Outdoor-Teppiche oder lässige Hängeschaukeln zum Seele-baumeln-lassen.

Pure Geometrie: “Quadrado”
von Minotti besticht durch
klare Formsprache.

Fügt sich nahtlos in die florale Umgebung ein: Cassinas “Utrecht”-Modelle gibt’s jetzt auch für draußen.

Abhängen leicht gemacht – fehlt nur noch der passende Mammutbaum…

Platz da! Auf den neuen Daybeds in Übergröße findet die ganze Familie Raum zur Entfaltung.

Und alle machen mit.

Mittlerweile hat die Außengestaltung des Wohnbereichs denselben Stellenwert wie die Inneneinrichtung. Kein Wunder, dass alle mitziehen: Neben den klassischen renommierten Gartenmöbelherstellern wie Dedon, Gloster oder Weishäupl haben nun auch die großen Premiummarken von Poliform über Minotti bis Flexform mit ihren eigenen Outdoor-Linien echte Hingucker geschaffen. Besonders spannend: Die Klassiker wandern nach draußen. Haben Sie Cassinas „Utrecht“-Sessel, die „Le Corbusier“-Kollektion oder “La Bambola” von B&B Italia im Wohnzimmer? Dann können Sie den roten Faden nun vor der Terrassentür fortsetzen – alles in wetterbeständigem Outdoor-Chic.

Farbkleckse sind diesen Sommer voll im Trend – warum nicht mal “Pretty in Pink”?

Bei der aktuellen Farbenpracht für Accessoires müssen Sie sich nicht entscheiden – nehmen Sie einfach alle!

Runde Sache: Die lässige “Soori Day Lounge” von Poliform

Strukturiert oder streifenfrei? “La Bambola” von B&B Italia als Outdoor-Modell

Gestalten statt hinstellen

Wer drinnen und draußen harmonisch verbinden und fließende Übergänge schaffen will, sollte nicht nur wahllos einzelne Highlights platzieren, sondern vielmehr den gesamten Raum gestalten. Gute Planung ist das A und O: Die einzelnen Elemente werden wie im Innenraum angeordnet, freistehende Sofas sorgen für großzügiges Ambiente, terrassentaugliche Teppiche und bunte Accessoires wie Sonnenschirme und Kissen vermitteln lässiges Lounge-Gefühl. Sitz- und Eckbänke für draußen ersetzen die klassischen Stühle, auch Beistelltische mit Glaselementen folgen dem „Low Dining“-Trend.  

In den Farben der Natur und perfekt für lange Nächte unter freiem Himmel

Für den natürlichen Wohlfühleffekt: “Ketch” von Poliform aus massivem Iroko

Ton in Ton – und was für einer: Innovative Textilien bringen jetzt auch Ihre Terrasse zum Leuchten.

Treue Begleiter: Auch kunstvolle Geflechte sind heute langlebig und beständig.

Der Beginn einer langen Freundschaft

Dank innovativer Materialien und hochqualitativer Herstellung ist den Außenmöbeln heute ein langes Leben beschieden. Von robustem (Teak-)Holz über widerstandsfähiges Aluminium und Eisen bis zu belastbaren Textilien und Geflechten in Handwerkskunst: Ihre neuen Outdoor-Lieblingsstücke begleiten Sie über viele schöne Gartenjahre hinweg. Die richtige Pflege immer vorausgesetzt – wie es sich eben für eine echte Freundschaft gehört.

Neue Gartenausstellung
bei Wetscher

Unsere Öffnungszeiten

Mo – Fr 9:00 – 18:00
Sa 9:00 – 14:00

Für mehr Vorfreude auf die Gartensaison vereinbaren Sie einen Beratungstermin bei Wetscher – wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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Outdoor und Garten:

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Chillen oder ernten?

Bevor wir die Gestaltung unseres Außenbereichs in Angriff nehmen, sollten wir uns zunächst ein paar Fragen über uns selbst stellen: Was passt überhaupt zu mir? Wie viel Persönlichkeit will ich zeigen? Und wohin mit den Gartenzwergen? Hier finden Sie ein paar Denkanstöße für Ihr erweitertes Wohnzimmer.

WETSCHER HOMESTORY

Das Spiel mit den Elementen

Wo der Gartenlunch zum Kunsterlebnis wird: Ein ganz besonderes Projekt für unsere Innenarchitekt:innen, bei dem minimalistische Formensprache und die wesentlichen Elemente einer Outdoor-Küche mit ausgewählten Kunstwerken und Designunikaten verschmelzen.

Martin Wetschers Trendnotizen vom Salone del Mobile 2024:

FRÜHLING IN MAILAND

Dass die Mailänder Möbelmesse im Frühjahr stattfindet, macht mit Sicherheit einen Teil ihrer Magie aus. Die Vorahnung von Sommer in Italien ist einfach eine gute Basis, um Wintermüde aus aller Welt mit Neuem und Frischem, Gewagtem und Verblüffendem zu begeistern. Auch die 62. Ausgabe des Salone del Mobile sowie die vielen Spektakel, die seine Heimatstadt parallel stets zu bieten hat, zogen alle Teilnehmenden wie üblich in ihren ganz speziellen Bann. Und was gibt es wirklich Neues aus Mailand zu berichten? Martin Wetscher und sein Team waren dort.

© Bilder und Text Martin Wetscher

Vom 16. bis 21. April eilte die internationale Design Community in diesem Jahr nach Mailand, um neue Trends und innovative Ideen zu präsentieren, zu sichten, zu übernehmen. Hier stehen alle Zeichen auf Frühling, Blüten, Farben – ein zartes Erwachen nach dem langen Winter. Alles blüht auf, alle blühen auf.

Das Glück liegt sowieso im Süden, und sofort ist es da – beim caffè auf der Piazza, beim Bummel durch die Gassen der Stadt, in denen die Milan Design Week mit zahllosen, sich gegenseitig übertreffenden Veranstaltungen in atemberaubende Locations lockt und sogar in den übervollen Messehallen.

Viel Farbe hier, pure Reinheit dort

Auf den ersten Blick geben frische Farben wieder den Ton an. Zart, pastellig, leicht und bunt – Kraft und Saft für die sich noch im Winterschlaf befindliche Branche.

Orange, Orange, Orange

Als Leitfarbe sieht man ein mutiges, starkes Orange. Es ist nicht mehr die Knallfarbe der 1970er, nicht mehr so illusorisch-verträumt, sondern ein durch Ocker, Sand, Terracotta und Cognac geerdetes neues Ganzes – mit viel richtigem Rot aber auch Grün kontrastiert. In diesem Orange, das teilweise sehr plakativ eingesetzt wird, steckt ein gewisser Aufbruch.

Strahlende Klarheit

Andernorts wiederum findet man eine helle, nahezu rein wirkende Welt. Das Zentrum dieses Farbenpurismus ist Flexform. Hier fließt jungfräuliches Weiß über großzügige Sofagruppen, begleitet von schokobraunen Kedern und kleinen, aparten Einzelmöbeln in sanften Eichentönen.

Retrospektiven…

Apropos 1970er: Formell sind vielerorts vertraute Linien aus einer Zeit zu sehen, die für Umbruch ebenso wie für Krisen steht. Eine Zeit, in der Möbel ausladend und Farben schrill wurden. Provozierende Formen altbewährt Spießiges ablösten.

Bei Minotti etwa taucht man tief – und mit typisch italienischer Lässigkeit – in die entsprechende Designwelt ein. Bei den Materialien bleibt es technisch und hochwertig. Ästhetik und Funktion gehen präzise und raffiniert einher.

…und Materialfeinheiten

Holz als Konstruktionsmaterial hat ausgedient. Im Innenleben der Möbel finden sich nur mehr feinste, clevere Aluminium- und Metallkonstruktionen, die für mehr Exaktheit, Langlebigkeit und Stabilität sorgen. Eine Parallele zur Architektur, in der ein Griff nach den Sternen im wahrsten Wortsinn, Stichwort Wolkenkratzer, ebenfalls nur dank ausgefeilter Stahlverbindungen möglich ist.

Dem Holz wird die Rolle der äußeren Veredelung übertragen, auch hier häufig umrahmt oder begleitet von Stein und Metall in feinster Verarbeitung. Es gibt alle Formen, von organisch bis eckig.

Und am besten alles auch für draußen!

Passend zur Lust auf Frühling und Sonne sind wie erwartet auch wieder großartige Outdoor Möbel in herausragender Qualität und Beständigkeit zu sehen. Das Leben kann vollumfänglich im Freien stattfinden, in jeder Stilrichtung, Farbe, Haptik und Optik, mit Küchenelementen, Tischen, Leuchten, Teppichen. Es muss weder auf Komfort noch auf Auswahl verzichtet werden.

B&B Italia, Baxter und Cassina stellen Teile ihrer Outdoor Kollektionen auf die Straße – zum Beweis, dass sie jedem Wetter standhalten.

Prêt-à-porter statt Haute Couture

Abseits der bühnenreifen Ausstellungen in Palais, Fabrikhallen und Showrooms ist auf der Messe wieder weniger Inszenierung als in den letzten Jahren zu sehen. So wie sich im eigenen Kleiderschrank wohl auch eher Prêt-à-porter statt Haute Couture findet. Letzteres ist zwar wichtig für die Inspiration, für echten Spaß am Einrichten zählt jedoch vor allem der praxisorientierte Blick auf das Gezeigte.

Zusammenspiel und Gleichgewicht

Dieser Blick ergibt folgendes Fazit: Es geht wieder um den ganzen Raum, um die Abstimmung aller Darsteller. Um Zusammenspiel und Gleichgewicht von Wandvertäfelung und Decke, Boden und Raumteiler, ikonenhaften Einzelmöbeln und eleganten Einbauten, um ein Bühnenbild für das Erleben der eigenen Persönlichkeit.

Es gibt mehr wirklich ausgefeilte Möbel, mehr Raum, mehr Materialien, mehr Kraft in der Farbgestaltung. Dieses Mehr an Innenarchitektur und Konzeption ist bei Wetscher seit Jahrzehnten heimisch.

Martin Wetschers Trendbericht von der Mailänder Möbelmesse:

UNA FESTA ITALIANA

Der Salone del Mobile in Mailand ist wieder an seinem ursprünglichen Termin im April angekommen. Nicht zufällig scheint dieser richtungsweisende Event im Frühling stattzufinden – einer Zeit, die immer nach Aufbruch, Neubeginn und Frische verlangt. In diesem Jahr hat sich die Stadt selbst überboten. Ein Bericht über die Metropole der Lebenslust. 

Die weltgrößte Einrichtungsmesse ist weit mehr als ein Termin für die Präsentation von Möbelneuheiten. Sie vermag es, eine ganze Stadt zum Kochen zu bringen. Vom 18. bis 23. April herrschte in Mailand wieder jener unbeschwerte Ausnahmezustand, den man vor der Pandemie kannte. Mehr noch – die Stadt war voller und lebendiger denn je. Immer schon schickt der Salone seinen Esprit auch in die pulsierenden Stadtviertel Mailands. Hier finden Side Events statt, die um Welten mondäner sind, als es in einer Messehalle möglich wäre. Im Laufe einiger Tage entsteht so ein spektakulärer Eindruck dessen, wozu Design und Innenraumgestaltung heute fähig sind.

© Bilder und Text Martin Wetscher

Atmosphäre, Atmosphäre, Atmosphäre

Wir bei Wetscher wissen, dass gute Innenarchitektur mehr ist, als das Aneinanderfügen von ausgesuchten Möbelstücken. Vielmehr geht es um das Kreieren eines Ambientes, das dem Menschen neue Perspektiven verschafft. Was in Mailand in diesem Jahr gezeigt wurde, bestätigt diese Haltung und lässt zugleich viel Raum für philosophische Interpretationen. Der gestalterische Gesamteindruck ist bei allen Präsentationen dekorativ und zurückhaltend, raffiniert und elegant sowie geradezu detailversessen. Kontrastiert wird diese Geradlinigkeit durch anschmiegsame, weiche Formen und warme Farben. Einmalige haptische Erlebnisse rufen ein Gefühl von Vertrautheit und Heimeligkeit hervor. Es entsteht der Eindruck, dass die Möbel für Halt und Geborgenheit sorgen möchten.

Multimaterialität in Perfektion

Während die klassischen Korpusmöbel exakt, scharfkantig und in immenser technischer Präzision ausgeführt sind, laden die Polstermöbel förmlich zum Versinken ein. Ergonomische Kurven und organische Rundungen sind mit plüschigen, hochflorigen Stoffen bezogen und scheinen eine Umarmung anzubieten. Teppiche aus einfachsten Materialien bringen ein Gefühl von Ursprünglichkeit in den Raum und eröffnen einen Spannungsbogen zu Glas und Metallschränken. Zu sehen ist ein nie dagewesener Mix aus Materialien – unheimlich gekonnt und überlegt eingesetzt. Leder, Holz und Stein, Marmor, Beton und Fell schaffen nicht nur vielfältige optische, sondern auch manuelle Reize. War bis vor kurzem alles noch glatt und geschliffen, lässt man den Materialien nun mehr Struktur. Oberflächen werden erfahrbar, Wände sind gespachtelt, offenporig, feinst geriffelt. Auch hier liegt der Gedanke nahe, dass den vielen cleanen, technischen Gegenständen des Alltags eine gewisse Ursprünglichkeit entgegengesetzt werden soll.

Freundliches Diktat der Natur

Auch die Farben scheinen in diesem Jahr die Gemüter eher beruhigen, als aufregen zu wollen. Gezeigt wurden sanfte Töne, Naturfarben in allen Schattierungen – Braun-, Sand- und Grautöne, die sehr respektvoll und einladend daherkommen. Terrakotta spielt eine maßgebliche Rolle – sowohl als Farbe, als auch als Material. Wenn mehr Farbe zu sehen ist, dann in verwässerten Berry-, Rot- oder Ockertönen. Als Kontrast haben einzelne Möbel schwarze Details aus Metall oder Holz, die für eine erwachsene Ernsthaftigkeit sorgen. Bunter als am Messegelände wird es in der Stadt – hier sind auch knallige Kontraste zu sehen, wie man sie nur in Italien aushält. Was dominiert ist Grün – und zwar in Form von üppigen Bepflanzungen, die bis über die Wände wachsen. Gedeckt bleibt es auch bei den Mustern. Wenn sie zu sehen sind, dann sich wiederholend, scharfkantig-geometrisch oder als freche Polka Dots.

Alles muss raus

Spielte das große Draußen schon in den vergangenen Jahren eine der Hauptrollen im Einrichtungsgeschehen, so ist der Outdoor Bereich nun endgültig auf seinem Zenit angekommen: Wirklich alle Premiummarken produzieren Gartenmöbel – mit Wittmann und Poliform haben die letzten beiden nachgezogen. Poliform zeigte im Kreuzgang des Klosters Chiostro Grande di San Simpliciano eine der schönsten Präsentationen der Messe.

Die Magie des Lichts

Die Leuchtenhersteller haben in diesem Jahr nicht nur in den Messehallen für Magie gesorgt, sondern die ganze Stadt mit raffinierter Technik und herausragendem Design verzaubert. Alles, was man mit LED beleuchten kann, leuchtet. Dabei ist das Licht nicht immer in einer Lampe gefangen: jedes Möbel, jede Ritze, jede Fuge scheint unsichtbar Licht zu spenden. Die Stimmung variiert nach Bedarf zwischen kalt und warm. Das Licht wandert mit funktionalen wie ästhetischen Akkuleuchten nach draußen, folgt in den Garten, lässt sich an verborgene Plätze mitnehmen. Skulpturale Leuchten, wie die Kunstwerke von Brokis, stehen innovativen Designobjekten gegenüber. Spezialist für letztere ist der für sein präzises Gesamtkonzept bekannte Hersteller Occhio, der mit einer spektakulären Präsentation in der Orangerie der Villa Necchi Campiglio – Drehort des vielfach ausgezeichneten Films „House of Gucci“ – für Furore sorgte. 

Update für die eigenen vier Wände

So einfallsreich und fantasiegewaltig die einzelnen Entwürfe auch sind – letztlich geht es immer um die Ausstrahlung des gesamten Raumes. Nur wenn das Gesamtbild stimmt, kann sich im Raum ein Selbstwertgefühl etablieren, dem das Innere nachkommt. Der Frühling ist ein guter Zeitpunkt für eine diesbezügliche Bestandsaufnahme. Reflektiert mein Zuhause noch mich selbst? Ab und zu muss der Mensch die eigenen vier Wände ins Hier und Jetzt bringen, damit einem die Wohnung die Hand reicht. 

Italienisches Lebensgefühl für Ihr Zuhause

Bei Wetscher ist die Messe schon angekommen, wir haben immer ein kleines Mailand im Zillertal. Wir zeigen alle Topmarken, haben unsere eigene Tischlerei, die besten Innenarchitekten und einen mindestens ebenso guten Espresso. Wir freuen uns darauf, Ihnen die neuen Trends und Strömungen zu zeigen und Sie für ein bisschen italienisches Lebensgefühl in Ihrem Zuhause zu beraten.

Maison & Objet 2023

Die Maison & Objet, die weltoffene Pariser Messe für Dekoration, Design und Lebensart, fand dieses Jahr vom 19. bis 23. Januar statt und zeigte wieder einmal unendliche Vielfalt aus der Welt der schönen Dinge. Über 2.500 internationale Marken sowie zahlreiche Konferenzen und Events – sowohl am Messegelände in Villepinte als auch in der Stadt bei der Paris Design Week – zogen mehr als 50.000 internationale Besucher an. Martin Wetscher war vor Ort und berichtet von seinen Eindrücken.

Stilsuche zwischen Kunst und Kitsch

Farben, Stoffe, Deko. Sinnloses und Schönes. Paris hat sie wieder, die Messe Maison & Objet und seine Design Week, diese prickelnde Stimmung auf der Suche nach Neuem, nach Aufbruch, um etwas hinter sich zu lassen. Wirklich neu ist zunächst, dass alles wieder beim Alten ist. Die ganze Welt scheint wieder in Paris zu sein. Die Ausstellungen auf der Messe und in der Stadt alternieren zwischen Asien, Afrika und allen Ecken des alten Europa. Eine schier unfassbare Vielfalt. Aussteller und Händler, Kreative, Influencer, Architekten und Designer, alle sind wieder mit großer Freude hier. Auf der Suche nach dem eigenen Stil und seinem möglichst unverwechselbaren Ausdruck. Und trotz aller Unterschiede scheint alles einem bunten Schwarm ähnlich in eine Richtung zu drängen; es gilt sich seine unmittelbare Umgebung ganz eigen zu machen. Den Vorstellungen von sich und dem Leben Material, Farbe und Form zu geben, sich festzukleben am Zeitgeist und seiner eigenen Vorstellung von einer besseren Welt. 

© Bilder und Text Martin Wetscher

Take care lautet das Motto

„Take care“ lautete der ausgerufene Leitgedanke der diesjährigen Messe. Sich kümmern: um sich selbst, um andere und um unseren Planeten. Sich wiederfinden bzw. neu ausrichten. Als Antwort auf die großen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Umwälzungen der letzten Jahre soll dieses Inspirationsthema dazu ermutigen, für seine Überzeugungen einzustehen sowie transparenter und aufgeschlossener zu werden.

Mutige Farben als Ausdruck der Persönlichkeit

Der österreichische Künstler Oskar Kokoschka – der aktuell in Paris in einer fulminanten Ausstellung im Musée d’Art Moderne gewürdigt wird – setzte Farben ganz besonders ein und vermochte so den Menschen über seine äußere Erscheinung hinweg sichtbar zu machen. Kraftvoll, mutig, expressiv. Genau hier trifft er den Nagel auf den Kopf. Farbe, Dekoration und Gestaltung geben uns als Menschen Ausdruck, zeigen wer wir im besten Falle sind und wo wir hinwollen. Architektur ist meist funktional, klar, langlebig, im Großen und Ganzen und für unterschiedliche Nutzer gedacht. Erst durch die gut gewählte Einrichtung, Farb- und Materialentscheidung, die Wahl der schönen Dekoration wird ein Raum uns zu eigen. Gelingt dies stilvoll, empfinden wir das als schön, erfahren ein Gefühl von Glück.

Die Eleganz vergangener Epochen

Zurück zur Messe. Wir hetzen zwischen dem Staub in den Ständen marokkanischer Teppichhändler und Anbietern von feinsten Raum-Duft-Kreationen. Zwischen Kunst und Kitsch, Glas und Keramik, frühlingshaft strahlenden Kunstblumen und der fröstelnden Zugluft des Pariser Winters. Der Farbfächer ist jetzt wieder breiter, der Innenraum emanzipiert sich vom schlichten Grau. Freundlicher, fast lustiger muss es jetzt einfach wieder werden. Sofas sind hier lässig leger. Farbige Kissen überall. Und Samt und Plüsch, Messing und Rosa. Warm, vertraut und üppig erzählen solche Räume Geschichten von Stil und Eleganz vergangener Epochen.

Trend zu unbehandelten Naturmaterialien

Über die letzten Jahre gehalten hat sich der Trend zu Authentischem, Unbehandeltem. Der Trend sich ein Stück unberührte Natur in ein immer virtuelleres Leben hereinzuholen. Angeschwemmt, von den Kräften der Natur gemacht, geformt und gezeichnet zeigen sich manche Dinge, als hätte sie Freitag gerade von der Palme geschüttelt. Angreifbar, begreifbar, völlig echt erden uns solche Stücke in unserer Wohnung und helfen uns von der digitalen Welt in die reale zurückzukehren.

Breite Vielfalt ohne Innovation

Martin Wetschers Fazit aus dem Pariser Messebesuch: Die wirklich kostbaren und einzigartigen Dinge der großen Marken sind geblieben und unverändert begehrt. Buntes Glas, geschliffene Vasen, exotische Muster und tolles Handwerk. Für jeden ist da etwas dabei, jede kleinste Nische wird bedient. Und obwohl alle endlich wieder da sind, zu inspirierenden Neuentwicklungen hat die Zeit noch nicht gereicht.

Trendbericht Salone del Mobile Milano 2022

MILANO COME SEMPRE

Zum sechzigsten Mal jährt sich die größte Möbelmesse der Welt: der Salone del Mobile in Mailand ist im wahrsten Sinne wieder da – mit vollen Hallen, mit großen Emotionen und wie immer voller neuer Einrichtungsideen und innovativer Möbelkonzepte. 

© Bilder und Text Martin Wetscher

Neuer Termin, alte Liebe: Von 07. bis 12. Juni fand in Mailand der Salone del Mobile statt. Nach dem beschaulichen Interimsevent im Herbst des vergangenen Jahres zeigten sich I Saloni wieder im gewohnten Glanz und zugleich selbstbewusster denn je. Die schöne Jahreszeit trug zur Hochstimmung bei – italienisches Lebensgefühl an allen Ecken. Es ist, als hätte es nie eine Pandemie gegeben. Über zweitausend Aussteller füllen die Hallen, man freut sich über persönliche Gespräche. Die Internationalität ist greifbar, der Salone eine Messe für die ganze Welt.  

Die Bedeutung der Wertbeständigkeit

Die großen Brands haben die Zeit genützt, ihre besten Produkte weiter zu perfektionieren und sich auf ihre Stärken zu konzentrieren. Modelle, die seit Jahrzehnten formalen Bestand haben, werden ins Heute geholt. Nach der kurvigen „Camaleonda“ erlebt nun auch „Bambole“ von B&B Italia ein fulminantes Comeback. Bei Wetscher erstmals in seinem Entstehungsjahr 1972 zu sehen, feierte das unverwechselbare Sofa von Mario Bellini in Mailand seinen Fünfziger und war – in leicht veränderter Form – der Magnet im B&B Italia-Schauraum. 

Zuhause ein Mensch sein

Weich und kissenartig laden die neuen Sofamodelle zu einem entspannteren Blick auf die Welt ein. Die Sitzgruppe „Saint-Germain“ von Poliform schmiegt sich organisch fließend nicht nur an den Körper, sondern an den Raum. Eine wichtige Eigenschaft, wenn man bedenkt, dass man mit wenigen Alltagsgegenständen eine so persönliche und langjährige Beziehung eingeht wie mit einem Möbelstück. Der Trend ist eindeutig das Runde, sehr Ergonomische. Zu sehen sind auch wieder legere und faltige Polsterungen, gefüllt mit hochmodernen, sich selbst aufrichtenden Materialien, damit das Knautschige nicht zur Last fällt. Den weitläufigen Sitzlandschaften stellen sich schlichte Einzelmöbel zur Seite. Hier dominiert der skandinavische Stil: ehrlich und authentisch, von unheimlich selbstbewusster Eleganz und ungeschminkter Ästhetik bringen die sauberen und klaren Linien Wärme und Gemütlichkeit in den Raum. 

Perfektion im Detail

Auffälliger denn je: die immens hochwertige Verarbeitung aller kleinsten Details. Fantastisch ist die Qualität aller Materialien, auf höchstem Niveau ihre Funktionalität. Diese Detailverliebtheit hat sich auch auf die Gestaltung der Ausstellungsflächen ausgeweitet: Waren Messestände vor einigen Jahren noch als solche erkennbar, sind sie jetzt fix und fertig gebaute Wohnsituationen, Pavillons, durchgestaltete Innenräume mit Decken, Wänden, Böden und eingebauten Möbeln. Wie zum Beispiel bei Poliform – einem unserer Premiumpartner, der mittlerweile vom Schrankmöbel über Polstermöbel bis Küchen alle Wohnbereiche abdeckt. Jeder Millimeter dieses Messestandes ist gestaltet, man nimmt keine technischen Strukturen wahr, nur noch Raumhöhen, Schränke, in die Türen integriert sind, die lautlos bündig in die Wände gleiten. Die nackte weiße Wand war gestern. Heute plant man Räume wieder als Gesamtkunstwerke. Dreidimensionale Schattenfugen – ästhetische Metallwinkel – rahmen das Ganze, geben dem Blick Halt und dem Geist Ordnung, sorgen dafür, dass die verschiedenen Oberflächen nicht direkt zusammenkommen und Boden und Wand nicht übergangslos aufeinandertreffen. Die Strenge dieser exakten Wandabwicklung wird abgefedert durch die erwähnten sehr weichen und femininen Möbel – ein großartiger Kontrast entsteht.

Farben und Materialien

Das fehlende Feuerwerk an Neuheiten wird durch eine beeindruckende Vielfalt an Materialien und Farben ausgeglichen. Stein, Travertin, Marmor, Metall in allerhöchster Qualität werden gemixt und von der materialisierten Schattenfuge im Zaum gehalten. Sie haben Haptik und Dreidimensionalität. Wände sind sowohl grob- als auch feingespachtelt, Furniere bekommen eine Rippenstruktur, Bouclé-Stoffe erheben sich von Sitzflächen. Die Farben sind blass, aber variantenreich: Petrol, Rostbraun, Terrakotta sind zu sehen, ebenso alle Braun-, Beige und Gelbtöne sowie Aubergine und Berry. Königlich über allen anderen Farben erhebt sich die tatsächlich warme Farbe Blau in all ihren Schattierungen. Dieses Blau gibt Überblick, Weite und Sicherheit, beruhigt Geist und Seele wie im Urlaub der erste Blick aufs Meer. 

Die Neuerfindung des Lichts

Besonders hervorzugeben ist hier die Firma Occhio, die technisch wie skulptural das Licht neu erfunden zu haben scheint. Ringleuchten kommen auf Knopfdruck aus der Decke. Dann Mito Gioia – eine neue Tischleuchte, die der Hit der Messe ist. Futuristisch, funktional, fast magisch. Licht, das auf Handbewegungen reagiert, nach oben oder nach unten leuchtet, dimmbar und steuerbar. Generell ist die LED-Technologie mittlerweile überall integriert, es gibt keinen Schrank mehr, der nicht beleuchtet ist, keine Fuge, die nicht mit indirektem Licht hinterlegt ist. Der große technische Fortschritt besteht darin, dass wir die Nacht zum Tag machen können und umgekehrt, alle Lichtfarben einstellen können. Parallel zur omnipräsenten, indirekten Beleuchtung gibt es wieder mehr dekorative Leuchten, die neben der funktionalen auch eine wichtige formale Aufgabe im Raum erfüllen.  

Die Küche – Zentrum des Raums

Auch die Aussteller der Eurocucina schwingen sich in immer höhere Ebenen in Sachen Materialperfektion, Ästhetik und Funktionalität. Die braven Hängekästchen sind Opfer der Pandemie geworden und endgültig von der Bildfläche verschwunden. Küchen bestehen aus großzügigen und kommunikativen Kochinseln mit Steinarbeitsplatte, integriertem Waschbecken und völlig fugenfreien Kochfeldern, die womöglich sogar vollständig in den Arbeitsplatten verschwinden und nicht mehr als Herd erkennbar sind. Ergänzt wird der skulpturale Küchenblock um raumhohe Schränke, hinter denen sich Regale, zusätzliche Arbeitsflächen, glitzernde Boards für Weingläser und – sehr wichtig – der Zugang zur Hinterküche verbergen. Diese geschlossenen, wunderschön anzusehenden und aufgeräumten Flächen schaffen Gemütlichkeit und Ruhe im Raum. Im alpinen Raum ergänzen wir dieses Setting um eine Essgelegenheit mit Hochtisch und Barhockern – die Kochinsel als neue Version der Stube. In Kürze wird eine Poliform-Küche bei Wetscher zu sehen sein, die all diese Parameter wiedergibt: außen wohnliche Ästhetik, im Verborgenen die funktionale Hinterküche. Es ist die italienischste aller Küchen und zugleich richtungs-weisend für jedes Zuhause.

Und immer wieder der Garten

Outdoor ist indoor, innen ist gleich wichtig wie außen. Jetzt haben auch die letzten Brands hochwertigste Gartenmöbel. Die Gestaltung des Außenraums ist maßgeblich geworden. Dem Leben im Freien wird höchste Aufmerksamkeit geschenkt. Der Trend zur Outdoorküche nimmt noch mehr Fahrt auf.

Wohnphilosophie bestätigt

Das Fazit nach einigen Tagen geballter Mailand-Emotion: Erneut bestätigt sich die Wetscher Wohnphilosophie. Wer sich bis jetzt gut eingerichtet und in bleibende Werte investiert hat, hat alles richtig gemacht. Das außergewöhnlich hohe Niveau der Messeauftritte beweist zudem, dass nichts wichtiger ist als die reflektierte Innenraumgestaltung. Möbel in einen Raum zu stellen reicht nicht für das Schaffen des persönlichen Raumgefühls. Unsere Wetscher Wohnstilberatung bildet den Menschen ab, unsere Innenarchitektur spiegelt die Bewohner und macht sie sichtbar. 

supersalone 2021

Die diesjährige Variante des sonst so stimmgewaltigen Salone del Mobile kam von 5. bis 10. September in ganz neuem Format daher: als kleine, kuratierte Messe. Offen für Endverbraucher, mit Nachhaltigkeits- und Digitalschwerpunkten. Martin Wetscher war in Mailand und berichtet über seine Eindrücke – gesammelt im pulsierenden Zentrum der Stadt.

Zweimal fiel die weltgrößte Einrichtungsmesse jetzt aus. Eineinhalb Jahre, in denen die Designwelt Schwung holen konnte, um nun mit Anlauf in Mailand ein regelrechtes Feuerwerk zu zünden. Die Tatsache, dass hier ein Entladen an Produktivität, Kreativität und Geselligkeit passiert ist, zeigt wie groß die Sehnsucht nach neuen Horizonten und persönlichen Kontakten war.

© Bilder und Text Martin Wetscher

Lebenslust

Trotz strenger pandemiebedingter Kontrollen lässt sich nach dem Erleben einiger Tage in dieser höchst designaffinen Stadt sagen: Lebenslust, wohin das Auge blickt. Der abgespeckte Salone in den Messehallen in Rho konnte es trotz zeitgemäßen Mottos nicht mit dem lebendigen Gewusel in der Innenstadt aufnehmen. Schon in den früheren Jahren waren die Side Events oft von solcher Popularität, dass sie dem eigentlichen Messegeschehen die Schau stahlen. Der Grund: atemberaubende Locations, Ausstellungsgestaltung durch namhafte Architekten und Designer und dazwischen italienisches Lebensgefühl an allen Ecken.

Menschen, Mode, Campari, Sonnenschein

Es war einiges los in der Stadt des guten Geschmacks: Auch in diesem Jahr fand die Milano Design Week, die Fuorisalone, parallel zur Möbelmesse statt. Der Designbezirk Brera und das Viertel rund um den Dom brummten. Alle großen Hersteller hatten ihre Schauräume aufpoliert. Die vielen Neuheiten standen in spektakulären historischen Räumlichkeiten. Dazu volle Bars und Restaurants, in denen man sich traf: die jungen Kreativen, die Ikonen der Designszene, Architekten, Künstler, Fachleute. Einfach tausend Prozent Italien. Die Frage, ob es Messen und persönlichen Austausch in Zeiten wie diesen noch braucht, ist damit zweifelsfrei beantwortet. Die Produkte mit eigenen Augen zu sehen, die Haptik zu erleben, Beziehungen aufzufrischen oder neue Bande zu knüpfen – all das ist letztlich unersetzlich.

Kontraste in Perfektion

Die vorgefundene Lebenslust zeigt, dass es der Branche gut geht. Wohnen hat wieder an Wert gewonnen und die Bereitschaft, in ein stilvolles Zuhause zu investieren, ist hoch wie schon lange nicht mehr. Dieser greifbare Optimismus findet sich auch in Farben, Formen und Verarbeitung wieder. Helle Töne – beige, weiß, pur oder in Cappuccino Optik – auf der einen Seite. Rot, rostrot, kupferfarben und knalliges Orange auf der anderen. Ein nahezu dekadentes Wechselspiel zwischen kräftigen und gedeckten Farben also. Dasselbe Schema fällt bei Materialien und Verarbeitungsweisen auf: minimalistischen Textilien wird Plüschiges zur Seite gestellt. Scharfe, exakte Kanten, technisch perfekte Linien, höchste Präzision sehen sich ultrasoften, ausladenden Polstermöbeln gegenüber. Dieser ständig präsente Kontrast erzeugt einen Spannungsbogen, der ein Eckpfeiler italienischer Ästhetik ist.

Die Sehnsucht nach Unbeschwertheit

Das zuvor erwähnte Orange lässt nicht nur entsprechende Jahrgänge ganz klar an die 1970er Jahre denken. Der unglaubliche Boom an Retro Modellen, der schon länger zu beobachten ist, erreicht gerade einen Höhepunkt. Die Premiumhersteller legen einige der ganz großen Klassiker wieder auf. Vertraute, elegante Formen werden belebt und mit neuen Bezugsmaterialien ins Heute geholt. Vieles verweist also auf eine Zeit, die wohl gleich für mehrere Assoziationen gut ist: Aufbruch, Unbefangenheit, aber auch Beständigkeit. Denn dass diese erstklassig gestalteten, hochwertig produzierten Modelle gut funktionieren, hat sich über Jahrzehnte bewiesen. Es sind wieder Dinge von echtem und hohem Wert gefragt. Man investiert lieber in Beständigkeit, denn ins kurzlebig Dekorative. B&B Italia macht es mit seiner neuen Version der legendären „Camaleonda“ von Mario Bellini ebenso vor wie mit „Noonu“, einer Neuauflage des City-Sofas von Antonio Citterio aus den 80er Jahren – bald zu sehen und zu erleben in den Wetscher Wohngalerien.

Wohnlichkeit und Großzügigkeit

Dass hoher Wert zählt und auch gezeigt werden möchte, bestätigen auch die Trends in der Welt der Küchen und Korpusmöbel. So erlebt beispielsweise das lange in den Hintergrund gerückte Regalsystem eine Renaissance. Schöne Regale geben einem Raum Struktur und einen gewissen Halt. Die Wiederholung eines Maßes schafft Ordnung und einen beruhigenden Grundrhythmus. Dass Geometrie große ästhetische Qualitäten hat, ist seit Zeiten der Wiener Werkstätte hinlänglich bekannt. Wie kleine Wunderkammern lassen sich die Regalebenen schließlich mit Büchern, Objekten, Kunst und liebgewonnen Dingen aus aller Welt befüllen und tragen dazu bei, die Persönlichkeit der Bewohner zu reflektieren, was ein Basisstein behaglichen Wohnens ist. Wohnlich und großzügig wie nie präsentieren sich auch die aktuellen Küchen. Es ist nichts Kleinteiliges mehr zu finden. Im Gegenteil – es geht nicht ohne sehr große Kochinsel und raumhohe Schränke. Und wiederum stehen alle Zeichen auf enormer Wertigkeit. Die Materialien sind die Hauptdarsteller. Das haptische und optische Erlebnis maßgeblich.

Italophiles für Zuhause

Fazit: Das Gesehene ist eine gute Einstimmung auf den kommenden Italien Schwerpunkt in den Wetscher Wohngalerien im Herbst. Noch nie war es möglich, so zeitnah am Möbeltrend zu sein. Die Premiummarken haben ihre Neuheiten der Fachwelt bereits im Frühjahr in kleinem Rahmen präsentiert. Alle Modelle, die nun offiziell in Mailand zu sehen waren, sind also bereits lieferbar. Das ist ein Branchennovum und begeistert auch die erfahrenen Wetscher Innenarchitekten. Alle Neuheiten sind vor Ort, in aktuellen Stoffen und Farben und können abseits vom Trubel der Messe in den Wetscher Wohngalerien erprobt und erlebt werden. Zum diesjährigen Messeschwerpunkt Nachhaltigkeit lässt sich sagen: Guter Stil ist das nachhaltigste Element überhaupt. Hohe gestalterische und produkttechnische Qualität hält lange an. Möbel mit hohem Wert sind die Klassiker der Zukunft.

IMM cologne 2020

Mit Zurückhaltung ins neue Jahrzehnt

Die Internationale Möbelmesse Köln vom 13.01. bis 19.01.2020 zeigt die aktuell angesagten und kommenden Trends im Bereich Wohnen und Einrichtung. Ob Nachhaltigkeit, Natursehnsucht, smarte Wohnideen oder Platzoptimierung – auf der imm cologne 2020 sind Möbel, Designs, Stile und Lifestyle-Angebote für sämtliche Trends im Wohnbereich zu entdecken. 

„Nichts Neues“, hieß es schon im Vorfeld der Messe. Und auf den ersten Blick öffnet die erste große Leitmesse des neuen Jahres, des neuen Jahrzehntes, kein Fenster in die Zukunft. Verhaltenheit ist angesagt. Noble Zurückhaltung. Gerade Wohnen ist aber auch immer unmittelbarer Ausdruck unserer Einstellung zu uns selbst und der Welt. In diesem Sinne ist wieder alles neu hier am Rhein.

© Bilder und Text Martin Wetscher

Weniger ausdrucksvoll und extrovertiert

Farblich dominiert ein Puderrosa: Wässrig, blass und manchmal so zart, als ob es sich die zuerkannte Rolle zur Hauptfarbe selbst nicht zutrauen würde. Trotzdem ragt es ein wenig heraus zwischen den vielen pastelligen Farben, die auf Kissen, Stoffen und Möbeln – dicht und willkürlich oder streng ornamental geschnitten – daherkommen. All diese Töne sind insgesamt weniger ausdrucksvoll und viel weniger extrovertiert als noch in den letzten Jahren. Da und dort taucht aber doch noch ein sattes Gelb auf – ein Gelb wie ein breites Lächeln, um der ernsten Eleganz die Strenge auszutreiben. Die Farben der Wände sind kraftvoll in mystischem Grün, tiefem Classic-Blue, der Pantone Trendfarbe 2020, oder aber in gedeckten Brauntönen. Was man dieser Tage in Köln wieder häufiger sieht: Wertvoll bedruckte Tapeten, die fremde Welten in unsere vier Wände zaubern.

Innere Werte – nachhaltige Authentizität

Der Einfluss der skandinavischen Gestalter und Handwerker ist eindeutig zu spüren. Gemütlichkeit im Wohnen ist immer noch Trend, es wird aber langsam wieder etwas minimalistischer. Der große Wert erschließt sich nicht im ersten Blick, will erfahren und entdeckt werden. Je bescheidener der äußere Ausdruck, desto überraschender die inneren Werte: Viele Möbel sind mit raffinierten Funktionalitäten, und hohem Anspruch in Ergonomie und Komfort ausgestattet. Insgesamt habe ich noch nie ein so hohes Niveau an Möbelbau erlebt und alles zusammen hat ein neues Niveau von Eleganz. Wie in allen Lebensbereichen ist der Wunsch nach Nähe zur Natur, nach Herkunft und Nachhaltigkeit spürbar. Viel feiner und gewogener als in früheren Jahren. Und: Bio ist nicht mehr automatisch das Gegenteil von gutem Stil. Echte Materialien, unbehandelte Oberflächen von allerlei Wohnraumdekor vermitteln Authentizität. 

Die einmalige Ausstrahlung handwerklicher Perfektion

Zurück zu den Möbeln: Glas, Marmor und edle Furniere treffen in den schönsten Möbelstücken wie selbstverständlich aufeinander. Massives Holz, kunstvoll verarbeitet und kombiniert mit Alu- oder Metallrahmen „um der nie endenden Lebendigkeit des Materials endlich Herr zu werden.“ Laden, Klappen, Züge, Türen gleiten lautlos und präzise, verlangsamen ihre kurzen, streng vorgegebenen Bewegungen und werden wie durch Zauberhand sehr elegant in die endgültige Position gezogen. Solcherart verarbeitete Möbel dienen in unseren Räumen und Wohnungen nicht nur durch ihre Funktionen und Möglichkeiten, sondern vor allem auch durch ihre – auch für den Laien erkennbare – einmalige Ausstrahlung. 

Von der Kunst des Einrichtens

Das Spiel mit Licht und Schatten ist so selbstverständlich geworden  wie die Verwendung von feinsten Textilien und Stoffen in Vorhängen, Teppichen, Kissen und Decken. Auf den schönsten Messeständen wird eines wieder klar: Die Kunst des Einrichtens liegt – wie schon immer – in einer stilvollen, funktionalen Verbindung aller unentbehrlichen und dekorativen Dinge, Materialien, Farben und Formen. Das ist altbekannt und durch keinen Trend einer Messe veränderbar. Wirklich neu ist nur die nüchterne, übertrieben selbstbewusste Eleganz, mit der dieser Umstand im heurigen Jahr zum Ausdruck gebracht wird.

Frühlingsboten aus Meisterinnenhand

Ob uns dieser Winter auch in den Tälern noch einschneit oder nicht – der Frühling kommt bestimmt! Alle großen Marken (B&B Italia, Cassina, Minotti, Flexform, Ligne Roset) zeigen bemerkenswerte Outdoor-Kollektionen: Garten und Terrassen erfahren von der Möblierungsqualität her jene Aufmerksamkeit und Qualität wie die Innenräume unserer Refugien. Auf der Suche nach zusätzlichem Wohnraum und mehr Großzügigkeit werden Terrasse und Garten immer wichtiger und zum zweiten Wohnzimmer ausgebaut. Nicht nur räumlich verwischen dabei die Grenzen. Mit dem Trend „Indoor – Outdoor“ sehen wetterfeste Outdoormöbel heute nicht nur aus, als ob sie aus dem Wohnzimmer kämen – sie werden auch dort benutzt. Phillip Starck selbst präsentiert auf dem Messestand von Cassina seine Möbel für die Gartensaison 2020, charmant begrüßt von Design-Meisterin und Cassina Art-Direktorin Patricia Urquiola, die die Wetscher Gartenkollektion im kommenden März höchstpersönlich eröffnen wird. 

Maison & Objet 2019

Vom Hang zur Natur und der Sehnsucht nach Materialität

Paris ist die Welt der Einrichtungstrends, vielfältig und opulent mit Besuchern aus allen Teilen der Welt.

Die Möbelmesse „Maison & Objet“ präsentierte auch heuer wieder ein riesiges Angebot an Dekorations- und Einrichtungsgegenständen, Möbeln für drinnen und draußen, Licht und Leuchten, Accessoires, Teppichen, Heimtextilien sowie Skulpturen. Die internationale Schau prägt damit wie keine andere unsere aktuellen Vorstellungen von Schönheit und Funktion unserer Innenräume.

Fotos & Bericht: Martin Wetscher

Was prägt den Zeitgeist?

Auffallend war in Frankreich heuer der große Hang zur Natur. Das viele Grün, die großen Blätter auf Stoffen und Tapeten – die übergehen bzw. ein Bild ergeben mit den fein geordneten Zimmerpflanzen – waren nicht zu übersehen. Mehr oder weniger unterstützt mit Motiven und Skulpturen aus tiefen Ozeanen oder dunklen Wäldern. Gehalten durch kleine, streng geometrische Muster. Hier zeigt sich unübersehbar die Suche des Städters nach der Verbindung mit der Natur. Es ist eine wilde Exotik für den urban getakteten Menschen in Richtung Historie, Weltenbummler, Sammler, Entdecker – von der musealen Humboldtschen Wunderkammer bis zur gewollten Unordnung. Ein Einrichtungskonzept für den Punk von heute – gerne fotogerecht im Influencer-Style inszeniert.

Einrichtung erzählt moralische Geschichten

Die aktuell stilprägenden Trends werden auch von starken kollektiven Bedürfnissen geprägt: von Bequemlichkeit, Komfortwünschen und – ganz wichtig – einer Verarbeitung, einer Materialität, die uns im Herzen berührt. Dies gilt insbesondere auch für die Dekorationsgegenstände. Es braucht die gute, moralisch wertvolle Geschichte. So importiert der deutsche Hersteller ames seine Vasen, Töpfe und Schalen aus Kolumbien und lässt sie dort von einfachsten Handwerkern nach überlieferten Traditionen fertigen. Keiner der Tongegenstände gleicht dem anderen, nur die Typen ähneln und sind damit einzigartiges Kunsthandwerk. Kunstvoll geflochtene Körbe und flache Dekoteller entstehen aus festen, farbigen Gräsern. Geflochten in den Höhen Südamerikas oder den tiefen Weiten Afrikas. Wie selbst gewachsen oder über Jahrzehnte der Natur schutzlos ausgeliefert stehen manche Neuheiten gekonnt beleuchtet auf dieser Messe.

Urbanität mit universeller Sehnsucht

Ein starkes Verlangen nach Ursprünglichkeit ist überall zu erspüren. Hauptsache ist, dass man den Dingen ihre Handwerklichkeit von Weitem ansieht. Zerknittert, rau, unbehandelt, fast unfertig wirkt vieles. Gras, Ton, Pappmaché und aufgeraute Strukturen sind Ausdruck dieser Entwicklung. Organische, fließende Formen stehen im Vordergrund – manchmal fühle man sich an die Form von Meerestieren erinnert. Tiermotive – vom Affen, Eisbär, Flamingo bis hin zum Tiger – halten Einzug und bedienen die Sehnsucht nach Harmonie, Exotik, oft mit einem ironischen Augenzwinkern. Damit ist eine neue Archaik in der Wohnraumdekoration zu sehen. Eine neue Verbindung zwischen Urbanität und der universellen Sehnsucht nach Natur.

Repräsentativität im Insta-Zeitalter

Nur wenige Meter weiter findet man aber auch wieder die kunstvoll geschliffenen Gläser in changierenden Pastellfarben. In altem Rosa und frischem Blau wie es nur hier in Frankreich zu existieren scheint. Dazu gehören auch die nie aussterbenden Boudoirs, die historisch getäfelten Herrschaftsräume, überladen mit Samt und Seide, in denen die Natur, fein säuberlich gezüchtet wie im französischen Garten, an die Wand gemalt und kunstvoll wiederholt zum schnöden Stilelement verkommt.  Angesichts der grenzenlosen Vielfalt, die die Pariser Möbelmesse präsentiert, drängen sich berechtigte Fragen auf: Wie um alles in der Welt findet man aus dieser Vielfalt seine Form der eigenen vier Wände? Wärmend, entspannend und doch mit jener Repräsentativität, die im Insta-Zeitalter so wichtig erscheint?

Trends können Persönlichkeit nicht ersetzen

Wir wollen in den Wohnräumen unsere Persönlichkeit wie nie zuvor spiegeln. Wir setzen mit unseren Möbeln, die den sachlich funktionalen Vorstellungen entwachsen, starke individuelle Statements. Wir setzen ein Ausrufezeichen hinter unsere Weitläufigkeit und Weltgewandtheit. Man glaubt, hier in Paris in die Wohnung des Sammlers und Entdeckers zu sehen, eines Bewohners, der die Unterschiedlichkeit der Welt mit großer Neugierde und als Bereicherung erlebt. Voraussetzung für ein derart persönliches, authentisches Wohngefühl ist aber, dass man sich dem Trend zum reinen Repräsentieren widersetzt. Das Interesse am tatsächlichen Leben, die eigene Persönlichkeit, das wirklich Erlebte sind Statements, die sich in individuellen Raumkompositionen spiegeln sollen. Genau deshalb bleibt eine Prise Herkunft und Regionalität, der Sinn fürs Bequeme und Praktische sowie die eigenen Vorlieben und Haltungen entscheidend!

die Wetscher Innenarchitektur